Filmscreening: "Auf die, die noch existieren" – künstlerischer Dokumentarfilm von Kevin Kopacka, 31. Oktober 2014, 20.00 Uhr

FILMSCREENING AM 31. Otkober: „AUF DIE, DIE NOCH EXISTIEREN“ – EIN KÜNSTLERISCHER DOKUMENTARFILM VON KEVIN KOPACKA

Was geschieht mit einer Erinnerung, wenn niemand sie mit einem teilt? Ist sie dann weniger wahr?

Der Maler und Videokünstler Kevin Kopacka setzt sich in seinen Arbeiten mit der Hinterfragung unserer Realität und der Mystifizierung des Alltags auseinander. Zusammen mit seinem Zwillingsbruder Raoul Kopacka hat er den künstlerischen Dokumentarfilm “Auf die, die noch existieren” gedreht, bei dem er an den Ursprung seines persönlichen Zweifelns an der Wahrnehmung zurückkehrt.
Den Ausgangspunkt des Films bildet die Geschichte eines Sommers, als der damals zehnjährige Kevin Kopacka sich mit einem Jungen namens Patrick Lurzing anfreundete. Gemeinsam verbachten sie – zusammen mit den anderen Kindern aus seiner Siedlung – die Tage am Spielplatz, bis Patrick eines Tages nicht mehr auftauchte. Oder hat es ihn nie gegeben? Denn so klar die Erinnerungen an den Freund auch sind – und der Eintrag ins Freundschaftsbuch scheint diese zu untermauern – ansonsten schien sich damals niemand an einen Jungen Namens Patrick zu erinnern. “Das war der Moment, in dem ich zum ersten Mal wirklich meine eigene Wahrnehmung hinterfragen musste.” – so, Kopacka, der nun versucht dieses Phantom der Kindheit wieder aufzuspüren.
Er fährt in seine Heimatstadt Graz zurück und trifft sich mit ehemaligen Spielplatzfreunden, die er seit 10 Jahren nicht gesehen hat um heraus zu finden, was damals passiert ist. Gemeinsam lassen sie Kindheitserinnerungen wieder aufleben und besuchen die fast schon mystifizierten Orte an denen sie früher gemeinsam Zeit verbrachten. Das erneute Eintauchen in die Welt der Kindheit ruft auch die Erinnerung an das kindliche Realitätsempfinden wieder wach.
Doch die Frage bleibt: War der Freund nur eine Phantasie, die sich in reale Erinnerungen eingeschlichen hatte? Und worin unterscheidet sich die Erinnerung an eine Phantasie von der Erinnerung an tatsächlich Geschehenes?
Neben dem erzählten Inhalt des Films spiegelt die Bildsprache des Films die Malerei Kopackas wider. Es wird ein Schleier über die Kindheit gelegt, geisterhafte Lichter schimmern durch die herbstliche Landschaft, die Konturen verschwimmen in Abstraktion.
Der Film weckt eine Vielfalt an Gefühlen. Eine Mischung aus schwärmender Nostalgie, Irritation und Sehnsucht mit einem Nachgeschmack von bittersüßer Melancholie. Eben wie die Erinnerung an einen goldenen Herbsttag in der Kindheit.

“Auf die, die noch existieren” Dokumentarfilm (30 Minuten)
Kamera: Raoul Kopacka
Schnitt: Kevin Kopacka & Raoul Kopacka
Musik: Kevin Kopacka

Filmscreening: Freitag, den 31. Oktober 2014, 20.00 Uhr, in den Räumen der Galerie Erd und Feuer, Graefestraße 90, 10967 Berlin.
Link zum Trailer

Weitere Informationen über den Künstler

FILMSCREENING: October 31th, „FOR THOSE WHO STILL EXIST“ – A DOCUMENTARY BY KEVIN KOPACKA

What happens to a memory if there’s no one who shares it with you? Does it make it any less true?

The work of painter and video artist Kevin Kopacka deals with the contortion of our reality as well as the mystification of our everyday lives. Together with his twin brother Raoul Kopacka, they shot the documentary „For those who still exist“, which explores the first moment where the artist began questioning his own reality.

It all started in the summer of 98′, when Kevin Kopacka was ten years old and met a boy named Patrick Lurzing. Together with the other kids of the neighborhood the two spent their time on the local playground, until Patrick disappeared one day. Or did he never exist? Because despite Kevin Kopacka having very vivid memories of the boy – as evidenced by an entry of his in Kopacka’s friendship book – no one else seemed to remember there ever being a boy named Patrick Lurzing.

Now Kopacka tries to recapture the phantom of his early childhood by going back to his hometown in Graz, Austria and meeting his former childhood friends that he hasn’t seen for ten years. Together they piece together fragments of their memories and reminisce about the glorified days of their youth. The trip back in time awakes memories of the fragile, childlike sense of reality. But the question remains: Was Patrick a figment of Kopacka’s imagination? And does a memory of something that never really happened still have a merit?

Alongside the themes of the film, the images also strongly remind of Kopacka’s paintings. The childhood is covered in a misty shroud, ghostly lights illuminate the autumnally landscapes while the contours morph into colorful abstraction.

The film leaves the viewer with an array of impressions. A nostalgic longing for something profound that got lost in adulthood, mixed with a bittersweet bleakness that you can’t help but smile about. Sort of like a golden day in Fall.

“Auf die, die noch existieren” (For those who still exist)

Documentary (30 Minutes)

Camera: Raoul Kopacka

Cutt: Kevin Kopacka & Raoul Kopacka

Music: Kevin Kopacka

Filmscreening: Friday, October 31th, 2014, 20.30h, Gallery “Erd und Feuer”, Graefestraße 90, 10967 Berlin.

Trailer

The film will be shown with English subtitles.

More information about the artist.

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